Einfache Bildschirmlupe unter Linux (Screen Magnifier)

Will man bei Präsentationen Codebeispiele oder kleine Details zeigen, steht man oft vor dem Problem, dass der Text zu klein ist, oder bei grosser Schriftgrösse der Bildschirm überladen wirkt. Deshalb kann eine Bildschirmlupe bei einer Präsentation sehr praktisch sein.

Bestehende Bildschirmlupen

In den offiziellen Arch Linux Repos befindet nur eine KDE Bildschirmlupe, welche viele Abhängigkeiten mit sich bringt. Im AUR gibt es xzoom, wobei jedoch die Herstellerseite mit dem Sourcecode nicht erreichbar ist und somit das Paket nicht gebaut werden kann. Deshalb habe ich mir selbst eine Bildschirmlupe gebaut.

Script

Das Script basiert auf dem Screenshot Tool scrot und dem Bildbetrachter feh. Zuerst wird ein Screenshot erstellt und dieser dann im Vollbildmodus angezeigt. Mit dem Pfeiltasten kann man rein- und rauszoomen. Mit q beendet man die “Lupe”. Nach dem Beenden wird der temporäre Screenshot wieder entfernt. Das Script ist recht simpel:

#!/bin/bash

PrintUsage(){
  cat << EOI
Usage: magnify

A simple screen magnifier.

Use the arrow keys to zoom in or out.
Use the mouse cursor to adjust screen section.
Press q to quit.
EOI

}

if ! hash scrot 2>/dev/null && hash feh 2>/dev/null
then
  echo "Could not find scrot and feh"
  exit 1
fi

IMAGE="$(mktemp --tmpdir="/tmp" magnify_XXXXX.png)"
trap 'rm "$IMAGE"' EXIT

scrot "$IMAGE"
feh --borderless --image-bg black --fullscreen "$IMAGE"

Das Skript befindet sich auch in meinem Scripts GitHub Repo: https://github.com/mindfuckup/Scripts/blob/master/magnify

Script benutzen

Das kann man jetzt beispielsweise mit xbindkeys in der Datei ~/.xbindkeysrc auf eine Tastenkombination mappen:

"/usr/local/bin/magnify"                                          
    Mod4 + o

Durch drücken von Windows + o ist die Lupe gestartet und der Bildschirminhalt kann vergrössert werden.

Links und weitere Informationen

10 thoughts on “Einfache Bildschirmlupe unter Linux (Screen Magnifier)”

  1. Die besprochene Bildschirmlupe ist für Menschen, die eine Bildschirmlupe tatsächlich benötigen, leider völlig unbrauchbar. Durch das Fehlen einer brauchbaren Bildschirmlupe, ist Linux für Sehschwache und Sehbehinderte nicht verwendbar. Sehschwache und Sehbehinderte, die es zu Hunderttausenden gibt, benötigen eine Bildschirmlupe, ohne die sie ihren Computer nicht handhaben können. Die Sprachausgaben, die diesen Menschen helfen sollen, sind in der Praxis leider alle völlig untauglich. Eine funktionstüchtige, leicht zu bedienende Bildschirmlupe ist ein absolutes MUSS für jedes Betriebssystem!

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  2. Bei meinem Mint 18 klappt das verschieben nach links-und-rechts nach dem einzoomen nicht. Any Idea?

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  3. Sehr hilfreiches Skript, aber das Verhalten von scrot scheint sich geändert zu haben:

    Vorhandene Dateien werden nicht mehr überschrieben sondern mit Anhang ‘_###’ am basename indiziert.
    So wird z.B. aus /tmp/magnify_0piZv.png z.B. /tmp/magnify_0piZv_000.png.

    Das führt zur völlig hirnrissigen feh-Fehlermeldung:

    feh WARNING: /tmp/magnify_jAmLz.bmp – No Imlib2 loader for that file format
    feh: No loadable images specified.

    Die Datei “/tmp/magnify_jAmLz.bmp” ist ganz einfach leer, der screenshot liegt unter “/tmp/magnify_jAmLz_000.bmp”.

    Dirty workaround:
    mktemp mit –dry-run bzw. -u aufrufen, dann funtkioniert es wieder.

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  4. Hei, GNU/Linux-Freunde.
    Warum wird den Leuten, die Bedarf an einer guten augenblicksorientierten Vergrößerung haben, die Verwendung von XFCE nicht empfohlen? Die Oberfläche enthält – zumindest beim Mint OS – standardmäßig einen erstklassigen Bildschirmzoom, der einfach mittels Alt-Taste und Mausrad bedient wird.

    Herzlichen Gruß
    Sketpor

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  5. Nachtrag an CARLITO:
    Dass GNU/Linux-Systeme in ihrer Gesamtheit nicht für Sehschwäche geeignet ist, kann ich nicht bestätigen. Klaus Knoppers – Hersteller des Knoppix OS – hat speziell für Blinde eine Variante seines Betriebssystems enwickelt, namentlich ARIANE. Schau bei Gelegenheit doch mal nach, ob das Deine Ansicht möglicherweise revidiert.

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    • Hey Skeptor

      Danke für deinen Input. Es kommt sicher auf die Linux Distribution drauf an. Aber genau deswegen ist Linux auch so toll, es gibt für verschiedene Bedürfnisse angepasste Versionen. Von ARIANE habe ich noch nie gehört, ich finds aber toll zu hören, dass es sogar eine speziell für Menschen mit Sehschwächen eine Variante gibt. Ich denke heutzutage gibt es auch viele standalone Tools für die am häufigst verwendeten Desktop Linux Distros.

      Happy easter 😉
      LG
      Mänu

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